Anna Stella Bonin beim ADAC-Fahrsicherheits-Zentrum Hannover

Auf regennasser Fahrbahn Hindernissen ausweichen? Offroad steile Pisten meistern? Und dabei auch noch möglichst gut aussehen wie James Bond & Co.? Beim ADAC-Fahrsicherheitstraining kann WELCOMESPY heute zeigen, was ein Agentenbleifuß ist.

 Werbung, da Markennennung. Unbeauftragt. 

Motorrad, Mini Cooper, Land Rover – bei wilden Verfolgungsjagden muss ein Geheimagent jedes Fahrzeug beherrschen. Ich dagegen habe gar kein Auto. Deshalb fahre ich auch äußerst selten. Und wenn, dann nur im Stadtverkehr. „Das sind die Schlimmsten“, lacht Karsten Völkening, Vertriebsleiter im ADAC Fahrsicherheits-Zentrum in Laatzen bei Hannover. „Wo passieren denn die meisten Unfälle? Auf der einsamen Landstraße ja wohl kaum!“ Gut also, dass ich da bin. Und noch besser, dass ich einen kompetenten Beifahrer wie Völkening habe. Nachdem er mir alles Wissenswerte über die 24 ha große Anlage erzählt hat, darf ich auch gleich hinters Steuer.

Mein Agentenfahrzeug für den heutigen Einsatz im Dienste der Fahrsicherheit – ein kleiner, gelber Mini Cooper!

Karsten Völkening vom ADAC Fahrsicherheits-Zentrum Hannover/Laatzen zeigt mir die Geländewagen. Klar, dass ich die nachher auch noch testen will.

Hello, ADAC – ein Tag bei den gelben Engeln

Neben Geheimagenten wie mir kommen vor allem ganz „normale“ Autofahrer, die ihr Können in kritischen Situationen überprüfen wollen, ins ADAC Fahrsicherheitszentrum. Auch Mitarbeiter von Firmen, die mit speziellen LKW unterwegs sind, werden hier geschult. Dann sind nicht nur vorausschauende Fahrweise und das richtige Einschätzen von Bremswegen Themen, sondern auch Ladungssicherheit oder individuelle Einsätze wie Winterdienst. Außerdem gibt’s hier Einzel- und Gruppentrainings, zum Beispiel für junge Fahrer, Senioren, Wohnanhängertrainings oder auch Weiterbildungen für Berufskraftfahrer.

„Jedes Fahrzeug, jeder Fahrer und jede Situation sind anders. Es lohnt sich, seine Fähigkeiten am Steuer immer mal wieder auszutesten“, weiß Völkening. Hier in Laatzen stehen dafür zwölf Bahnen zur Verfügung – von der Kreisbahn mit Kurvengleitfläche über die Gleitfläche mit sich versetzender Hydraulikplatte bis hin zum Offroadgelände. Es gibt spezielle Bahnen für PKW, Motorräder und LKW. Die will ich heute natürlich möglichst alle sehen und ausprobieren.

Funkgeräte, Hütchen und warme Jacken – das ist die Grundausstattung der bei Bedarf bis zu vierzig Fahrtrainer, die hier sicherheitsorientiertes Fahren lehren.

Einen Motorradführerschein besitze ich nicht. Darum bleibt’s für mich beim Probesitzen in der Garage – da kennt das ADAC Fahrsicherheits-Zentrum kein Pardon!

Bremsen – aber wie?!

„Bremsen ist das zentrale Thema bei uns, darum dreht sich hier fast alles“, erklärt mir Völkening auf dem Weg zur ersten Trainingsbahn. „Ganz gleich, ob im eigenen Wagen, auf dem Motorrad, im LKW oder Geländewagen – im Straßenverkehr gibt es so viele verschiedene Situationen, in denen man ganz unterschiedlich reagieren muss. Denn da spielen viele Faktoren mit hinein: das Wetter, die Bereifung, die technische Ausstattung des Fahrzeugs wie ABS oder ESP, Antrieb und Radstand, die Beschaffenheit der Fahrbahn, die Geschwindigkeit, die Beladung  – diese Liste könnte ich endlos weiterführen.“

Splash! Auf der nassen Fahrbahn ist Bremsen komplett wirkungslos, das Fahrzeug rutscht und das Heck bricht aus. Einem Hindernis auszuweichen, wie hier der Fontäne, gelingt mir kaum. Immer kommt mein Mini erst auf trockenem Untergrund wieder zum Stehen. Dafür aber dann richtig – autsch!

Viel Technik, viele Trainingssituationen

Wie schnell man auf glatter Fahrbahn die Kontrolle verliert, ist erschreckend. Noch erschreckender, wenn man bedenkt, dass die Fontäne auch ein Reh sein könnte. Oder ein Kind. Ich bin frustriert und schmeiße erst mal das Handtuch. Damit ich wieder runterkomme, gibt Völkening mir jetzt Einblicke in die ausgeklügelte Technik des ADAC Fahrsicherheits-Zentrums.

Wasser Marsch: Für ordentlich Aquaplaning sorgen eine Menge Pumpen und ein geschlossener Wasserkreislauf mit Auffangbecken.

Ob nur die Bahn vor der Tür oder alle zwölf Trainingsflächen – vom Technikhaus aus wird gesteuert, kontrolliert und überwacht.

Die Fontänen kann man manuell oder automatisch steuern. Es gibt unzählige Möglichkeiten und Programme, die Wasserhindernisse aus dem Boden schießen zu lassen.

Auf ins Offroad-Abenteuer!

Was der heimische SUV abgesehen vom  Schulweg der Kids noch so alles drauf hat, kann man auf der Offroad-Strecke testen. Die ist ganz schön steil und bergig. Zum Glück bin ich mental wieder voll obenauf – und mein Land Rover ist ein echtes Arbeitstier. Dank seiner extrem kurzen Übersetzung kraxelt er langsam aber sicher auch die steilsten Abhänge rauf und runter. Und macht auch in derber Schräglage eine super Figur!

Da soll ich wirklich runter?!

„Im Gelände ist Langsamkeit angesagt. Erst in Ruhe die Lage checken. Dazu auch mal aussteigen und wenn es sein muss, mit den Füßen die Tiefe einer Pfütze überprüfen. Dann langsam Gas geben und den Rest machen die meisten Geländewagen schon von alleine“, rät Völkening allen, die ihren Geländewagen fernab asphaltierter Straßen einmal ganz neu kennenlernen wollen. Und das, so habe ich heute feststellen dürfen, ist wirklich eine unvergessliche Erfahrung.

Vielen Dank an das ADAC Fahrsicherheits-Zentrum Hannover/Laatzen für die Unterstützung meiner Recherche vor Ort.

Fotos: André Weißgerber
Luftbild: ADAC FSZ Hannover

4 Kommentare
    • Anna Stella Bonin says:

      Danke, liebe Milena. Es freut mich sehr, dass dir der Artikel und die Bilder gefallen. Das Lob gebe ich gleich weiter an den Fotografen.

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.