Mallorca – alles andere als die einsame Insel aus Daniel Defoes Klassiker „Robinson Crusoe“. Gerade deshalb ist nachhaltiger Tourismus hier ein wichtiges Thema. Wie ressourcenschonend Cluburlaub ist, finde ich heute im ROBINSON Club Cala Serena heraus. Und steige dafür tief hinab in die Katakomben unter der Anlage …

Gestrandet auf der Lieblingsinsel

MALLORCA

Werbung, da Markennennung. Unbeauftragt. Robinson und Freitag hatten auf ihrer einsamen Insel eine Menge Herausforderungen zu meistern. Nachhaltigkeit zählte nicht dazu. Für Mallorca hingegen ist das Thema mittlerweile überlebenswichtig. Die Insel platzt in den Sommermonaten regelmäßig aus den Nähten – vom Verkehrsaufkommen über die Wasserversorgung bis hin zur Abfallentsorgung. Was tun Hotels, um diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten? WELCOMESPY hat nachgeforscht im ROBINSON Club Cala Serena im Südosten der Insel.

 

Willkommen im Club!

Poolview2

Was für ein Ausblick! Der ist für mich allerdings gleich vorbei, denn ich steige hinab ins Herz des ROBINSON Clubs: Die Hotel-Anlage ist komplett unterkellert und in der für Clubgäste unsichtbaren Welt der Katakomben gibt es eine Menge für mich zu entdecken …

Glasklares Wasser im Pool, eine üppige Vegetation und eine Vielzahl von Auszeichnungen in punkto Umweltschutz und Nachhaltigkeit – das ist mein erster Eindruck beim Betreten der Anlage. Hält der Club, was er verspricht?

 

Wasser marsch!

Crew-Trainings-Manager Bianca führt mich durch den Club. Wir beginnen unseren Rundgang mit dem Thema Wasser: „Wenig Regen und immense Besucherströme – auf Mallorca herrscht besonders in den Sommermonaten oft Wasserknappheit. Mit unserer Meerwasser-Entsalzungsanlage sind wir autark. Sie produziert rund 200.000 Liter am Tag als Trinkwasser für die Zimmer und zur Verwendung in der Küche. In dem unscheinbaren roten Kasten (Mitte links) befindet sich eine der beiden Pumpen, die das Meerwasser ansaugen. Übrigens werden auch unsere Süßwasserpools mit Hilfe von Meerwasser gereinigt, so dass sie ganz ohne Chlor auskommen.“

 

It’s getting hot in here …

Die Energie für warmes Wasser und die Heizung liefern 193 Solarpaneelen auf 500 qm Fläche. Im Sommer reicht das aus, um die Anlage inklusive Pools komplett mit Wärme zu versorgen. In den übrigen Monaten springen die Biomasse-Heizöfen ein. Sie werden mit Holzpellets betrieben.

 

Immer sauber bleiben!

Think big: Handtücher und Bettwäsche der Gäste sowie die Berufskleidung der Mitarbeiter werden in der Wäscherei mit zu 100 % biologisch abbaubarem Waschmittel gewaschen. Durch die Zugabe von Ozon steigert sich zudem dessen Waschleistung, sodass weniger benötigt wird. Die Trockner werden mit Erdgas betrieben. „Das ist effizienter und umweltschonender als mit Strom“, erklärt Bianca.

 

Auf der Schönheitsfarm

Nicht benötigte Möbel und Dekoration werden in den Katakomben unter dem ROBINSON Club Cala Serena gelagert und – wann immer nötig – von vielen fleißigen Helfern repariert und auf Hochglanz gebracht. Instandsetzen statt wegwerfen, auch das ist nachhaltiges Wirtschaften.

 

Showtime!

Was wäre Cluburlaub ohne Theater, Animation und Entertainment? Einen Blick in die Requisite darf ich auch noch werfen. Nähen, basteln, schreinern? Für die Mitarbeiter hinter den Kulissen kein Problem. Und improvisieren geht auch immer.

 

Que aproveche – guten Appetit!

Die Bestände im Warenlager und in den getrennten Kühlhäusern für Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte sind digital im System erfasst. Für die Mitarbeiter ist jederzeit ersichtlich, wovon noch genug da ist und was nachbestellt werden muss. So kann passend disponiert und das Verderben von Lebensmitteln vermieden werden

Auch mit dem Thema Lebensmittelverschwendung setzt sich der ROBINSON Club Cala Serena aktiv auseinander. Sous Chef Andi erklärt mir die Situation: „Laut Gesetz dürfen Lebensmittel, die einmal auf dem Buffet standen, nicht wieder verwendet werden. Übergebliebenes muss also zwangsläufig in den Abfall. Wir versuchen schon im Vorfeld, Reste möglichst gering zu halten. Daher planen wir beispielsweise genau, wieviel wir wann wovon einkaufen. Fleisch und Fisch bereiten wir größtenteils á la minute zu – immer genau so viel, wie die Gäste gerade nachfragen. Überschüssige Lebensmittel in der Küche werden für unsere Mitarbeiter zubereitet. Und wenn doch mal etwas weg muss, kommt es möglichst in den Biomüll. Rohe Fleisch- und Fischreste holt übrigens täglich ein Bauer ab, der sie an seine Katzen verfüttert.“

 

Miau!

Apropos Katzen, die gibt’s hier auch: Flauschi (oben), Hänsel (unten) und ihre sechs vierbeinigen Kumpels im Club werden im Rahmen des ROBINSON Katzenprojekts artgerecht gefüttert, kastriert und regelmäßig medizinisch versorgt. Ein weiterer Beitrag zur Nachhaltigkeit auf der schützenwerten Mittelmeerinsel Mallorca.

 

Über den Club

Der ROBINSON Club Cala Serena auf Mallorca wurde 1975 als zweiter ROBINSON Club überhaupt gegründet. Seit der im Jahre 2003 abgeschlossenen Renovierung wurden zahlreiche ressourcenschonende Maßnahmen getroffen. Der Club ist nach ISO14001, EMAS zertifiziert, der höchsten Stufe der Umweltschutzverordnung Europas.

 

Vielen Dank an den ROBINSON Club Cala Serena, die ROBINSON Club GmbH und Bianca für die Unterstützung meiner Recherche vor Ort.

Fotos: Anna Stella Bonin

8 Kommentare
  1. Milena says:

    Sehr informativer Beitrag. Tolle Insights und schöne Bilder lieber WelcomeSpy. Ich habe noch nie Urlaub in einem Robinson Club verbracht und bin nun sehr interessiert, das zu ändern. Es begeistert mich, wenn Unternehmen Nachhaltigkeit so aktiv leben, das ist fantastisch. Daumen hoch :-).

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  2. constanze chryssos says:

    danke, lieber welcomespy für diesen einladenden und informativen bericht über den robinson club!
    ich war noch nie auf mallorca und noch nie in einem robinson club. die lage dieses clubs ist wunderschön, fernab vom massentourismus und arbeitet nach den prinzipien der nachhaltigkeit, was ich absolut zeitgemäß finde und was den club attraktiv macht.
    ich habe lust auf einen urlaub in cala serena bekommen 🙂

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