Für meinen Kunden TUI fly nehme ich als Blogger an einem Polarlichtflug über dem Nordatlantik teil. Was ich dabei erlebe, erfahrt ihr hier!

Schon als Kind habe ich davon geträumt, einmal Polarlichter, auch Nordlichter oder Aurora Borealis genannt, zu sehen. Lange, bevor die Millenials die „Bucket List“ erfunden haben, standen Polarlichter also bereits weit oben auf meinem „Zettel mit Sachen, die ich im Leben unbedingt sehen will“.

Gruenes Polarlicht Peter Oden

Nordlicht auf meinem Polarlichtflug am 23.11.2019 über dem Nordatlantik.

Im Vergleich zu den erfolgreichen Instagram-Reisebloggern liest sich mein Wunschzettel fast bescheiden. Ein bisschen was habe ich bereits abhaken können: Zum Beispiel das (kleine) Erdbeben – 1996 oder so auf dem Peloponnes in Griechenland. Die Erde fühlte sich an wie Pudding. „Wale sehen“ steht dagegen immer noch drauf. Bis auf Schweinswale vor Hörnum und beim Segeln auf der Ostsee sowie einer weit entfernten Walfontäne vor Gran Canaria sind mir die Meeressäuger noch nicht über den Weg geschwommen. Den „Vulkanausbruch“, habe ich mittlerweile von meiner Liste gestrichen, irgendwie interessiert er mich nicht mehr so richtig. Aber Polarlichter … Polarlichter haben ihre Faszination aus Kindheitstagen nicht verloren. So bin ich überglücklich und sehr aufgeregt, dass ich heute Nacht beim Polarlichtflug von Eclipse-Reisen in der gecharterten TUI fly Maschine dabei sein darf. Nordlichter, ich komme!

Polarlichtflug „Hunting the Northern Lights“

Vortrag am Gate

19:40 Uhr: Los geht es am 23. November ab/bis Köln-Bonn. Vor Abflug gibt es einen interessanten Vortrag von den Veranstaltern. Ich erfahre zum Beispiel, wann man die Polarlichter am besten sieht (zwischen 23 und 1 Uhr), dass man sie mit einem Vorlauf von ungefähr einer Stunde voraussagen kann, aber nicht ihre Intensität. Und dass für bessere Beobachtungsbedingungen die Lichter in der Kabine komplett ausgeschaltet werden. Das wird spannend!

Polarlichtflug Anna Stella Bonin

Dieses Bild vom Polarlicht habe ich geschossen. Mit Iso 6400 und einer Belichtungszeit von vier Sekunden bleibt eine leichte Unschärfe nicht aus.

Kurs Nordatlantik

21:00 Uhr: Pünktlich hebt die gecharterte Maschine ab. Es ist der dreizehnte Polarlichtflug. Sowohl die Veranstalter als auch der Pilot sind „alte Polarlichthunter“ und wissen ganz genau, welches Ziel sie ansteuern müssen für eine hohe Polarlichtwahrscheinlichkeit: den Luftraum über den Färöer Inseln im Nordatlantik. Mit an Bord sind auch die erfahrenen Polarlichtfotografen Peter Oden und Wilfried Bongartz. Einer hat sich mittig auf der rechten Seite des Flugzeugs platziert, der andere auf der linken. Sie kleben die Fenster mit Decken ab, um Restlicht beim Fotografieren mit ihren Spezialkameras abzuschirmen.

Mahlzeit!

21:40 bis 22:40 Uhr: Schnell essen, denn gleich werden die Kabinenlichter abgeschaltet. Einzig der fluoreszierende Streifen am Boden weist den Weg zum Gang und zu den Notausgängen. Wer danach – wie ich natürlich! – noch aufs Klo muss, orientiert sich am besten auch mit dem Tastsinn und hangelt sich Schritt für Schritt von Kopfstütze zu Kopfstütze. „Ist hier Reihe 14?“ mein Rückweg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ich setze mich fast auf einen Mitreisenden, weil ich überzeugt davon bin, hier wäre mein Platz. Sorry noch mal.

Das Himmelsfeuerwerk beginnt

22:40 bis 01:30 Uhr: Kaum sind die Lichter in der Kabine ausgeschaltet, zeigt sich auch schon das erste zarte Leuchten am Horizont. Es dauert ein wenig, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Je näher wir dem Polarlichtoval über den Färöer Inseln kommen, desto intensiver werden die Lichtspiele. Der erst blassweiße Streifen am Horizont nimmt immer weiter Fahrt auf und wird langsam aber sicher zu einem echten Polarlicht, wie ich es mir immer schon vorgestellt habe. Von wellenartigen grünen Streifen mit rötlichem Rand bis zu dem typischen Vertikalen Lichtvorhängen ist heute Nacht alles dabei. Einzig die Helligkeit hatte ich mir anders vorgestellt: Mit dem bloßen Auge sehen die Farben meist etwas weniger bunt und die Lichter weniger hell aus als auf Fotos.

Apropos Fotos: Die mache ich heute Nacht natürlich auch. Ich habe mir vorher Tipps bei einem befreundeten Fotografen geholt und die Iso-Zahl meiner Kamera auf 6400 begrenzt. Sonst rauscht es zu sehr. Während der langen Belichtungszeit von vier Sekunden halte ich meine Kamera so still wie möglich. Aber auch, wenn ich ein ruhiges Händchen habe: Wir rasen gerade mit 800 Stundenkilometer über den Nachthimmeln, drehen Schleifen und das Flugzeug wackelt auch schon mal ein bisschen. Am Ende sind meine Bilder nicht so gestochen scharf, wie ich sie gerne gehabt hätte. Aber zum Glück haben wir ja unsere Fotoprofis an Bord.

Leichtes Polarlicht

Neid! So sieht es aus, wenn echte Polarlichtprofis hinter der Kamera stehen.

Bye bye, Polarlicht!

01:30 bis 03.30 Uhr: Als wir ein letztes Mal wenden, um unsere Rückreise anzutreten, gibt das Polarlicht noch einmal alles. Viele lange Minuten verabschiedet es sich von uns mit einem weiteren sogenannten Substurm, den intensivsten des heutigen Beobachtungsfluges. Angefüllt mit den magischen Eindrücken vom Nordlicht, dem Sternenhimmel und ziemlich übernächtigt geht es für mich und die rund 120 Passagiere des heutigen Polarlichtfluges nun wieder Richtung Flughafen Köln-Bonn. Auch die Zeit der Finsternis ist vorbei – ganz langsam werden die Kabinenlichter nacheinander wieder angeschaltet. Kommt mir ganz gelegen, denn erstens muss ich natürlich schon wieder aufs Klo und zweitens habe ich bei fast absoluter Dunkelheit und der einen oder anderen engen Schleife schon mal kurzzeitig ein bisschen die Orientierung um Raum verloren. In der Magengegend war es mir zeitweise etwas flau, ein ganz ganz kleiner Anflug von Seekrankheit. Nun macht sich die Erschöpfung in mir breit und auch mein Sitznachbar befindet sich bereits im Tal der Träume. Geweckt werden wir erst wieder vom Kabinenservice, der noch einmal Getränke reicht. Einen Sekt von TUI fly gibt es auch. Der würde mir aber um diese Uhrzeit der Rest geben. So stoßen alle (und ich in Gedanken) an auf unseren Polarlichtflug. Und auf einen Lebenstraum, der heute für mich in Erfüllung gegangen ist.

Wer meinen Blogbeitrag im TUI fly Blog lesen will, klickt hier.

Fotos: Wilfried Bongartz, Peter Oden (Eclipse-Reisen.de)

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